Wildkräuter fermentieren leicht gemacht

fermentierte Wildkräuter – Mus, Saft und Eingelegtes

Vier Möglichkeiten, wie du Wildkräuter fermentieren kannst

Wildkräuter sind eine sehr wertvolle und dazu noch eine völlig kostenlose Nahrungsergänzung.

Wildkräuter enthalten mehr als das 10-fache an Nährstoffen, als die meisten Bio-Produkte.

Zu den Nährstoffen gehören Vitamine, Mineralien, Enzyme, Spurennährstoffe, Sekundäre Pflanzenstoffe und viele andere Wirkstoffe für deinen Körper.

Man kann Wildkräuter ganz leicht selber sammeln.

Ein Beispiel: Die Brennnessel

Die Brennnessel kennt jeder und die gibt es in Massen. Deshalb wird sie viel zu sehr unterschätzt. Dennoch ist die Brennnessel ein besonders hochwertiges Heilkraut und hat sich als stark blutbildend und regenerierend bewiesen.

Ich habe Menschen erlebt, die an einer extremen Anämie (Blutarmut, Mangel an Hämoglobin bzw. roten Blutkörperchen) litten oder deren Organe degeneriert waren.

Regeneration mit der Brennessel

Sobald anämische Menschen frisch gepressten Brennnesselsaft zu sich nahmen, bildeten sich ganz schnell wieder jede Menge rote Blutkörperchen.

Das Eisen aus der Brennnessel wurde bedeutend besser vom Körper aufgenommen, verarbeitet und auch vertragen, als die vom Arzt verordneten Eisenpräparate.

Sogar die Organe regenerierten sich in kurzer Zeit wieder. Erschöpfte Menschen, die frischen Brennnesselsaft zu sich nahmen, lebten regelrecht wieder auf und erfuhren eine Verjüngung.

Dabei haben sie nur 3 x täglich vor dem Essen 20 ml kaltgepressten Brennnesselsaft getrunken.

Ausführlicher habe ich über die Vorzüge der Brennnessel in meinen Artikel Superfood Brennnessel berichtet.

Das Problem bei dieser Kur war, dass frischer Brennnesselsaft sehr schnell verdorben war und fürchterlich anfing zu stinken. Einige von uns kennen das von der Brennnesseljauche, das vermutlich beste Dünge- und Pflanzenstärkungsmittel überhaupt.

Was ist im Winter?

Auch im Winter müssen wir nicht auf die segensreichen Vorzüge von Wildkräutern für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden verzichten.

Wir können Wildkräuter fermentieren.

Wenn wir Wildkräuter fermentieren, machen wir sie nicht nur haltbar. Wir erhöhen auch den Gehalt an Nährstoffen um ein Vielfaches und deren Aufnahmefähigkeit für den Körper.

Dazu kommen noch wertvolle Laktobakterien für eine gesunde Darmflora.

Die Brennnessel ist nur ein Beispiel. Zum Fermentieren kann man alle anderen essbaren Wildkräuter und Wildkräuermischungen verwenden

Ich fermentiere meist folgende Wildkräuter-Mischung

  • Brennnessel
  • Bärlauch
  • Löwenzahn
  • Spitzwegerich
  • Vogelmiere
  • Huflattich
  • Schafgarbe
  • Wasserminze
  • Hollunderblüten
  • Fichtenspitzen
  • und was ich sonst noch an essbaren Wildkräutern finde

Man kann zum Fermentieren natürlich auch Gartenkräuter verwenden, wie z. B. Petersilie, Schnittlauch, Origano, Basilikum, uvm. und man kann natürlich auch Wildkräuter und Gartenkräuter zusammen fermentieren.

Es gibt vier verschiedene Möglichkeiten, wie man Kräuter fermentieren kann.

  1. Flüssig als milchsauer vergorener Kräutersaft
  2. Wie Gemüse, z. B. Sauerkraut in einem Gärfass fermentieren
  3. Wildkräuter wie Eingemachtes im Glas fermentieren
  4. Als Mus fermentieren

Wildkräuter fermentieren 1 – Als Kräutersaft

Ich fermentiere Wildkräuter immer in großen Mengen

Das ist die einfachste Methode und gelingt bei mir bisher jedes Mal.

Dazu kannst du den Saft mit einer speziellen Kräutersaftpresse aus den Kräutern pressen.

Ich zerkleinere lieber die ganzen Pflanzenteile mit etwas Wasser oder natürlichem 100%-igen Bio-Apfelsaft in einer Küchenmaschine sehr fein zu eine Art Smoothie.

Ich verwende dafür den Standmixer von Braun. Er ist sehr preiswert und leistet hervorragende Arbeit.

Was setzt die milchsaure Gärung in Gang?

Die wichtigste Zutat ist ein dicker Schuss Sauerkrautsaft, Brottrunk und/oder noch besser Effektive Mikroorganismen für jede Menge Laktobakterien, die deine milchsaure Fermentierung für dich erledigen.

Ich füge immer alle drei Ansatz-Flüssigkeiten hinzu, um ein möglichst breites Spektrum an Laktobakterien zu erhalten. Ich beginne mit einer kleinen Menge Wildkräutersaft und Ansatzflüssigkeit 10 : 1 vermischt.

Um die Fermentierung zu beschleunigen, fügen Sie noch etwas Zuckerrohrmelasse, Kristallsalz, Honig und Vollrohrzucker hinzu.

Und so geht es weiter

Dann fülle ich die Mischung in einen geeigneten Behälter. Zum Schutz vor Verunreinigungen und Fruchtfliegen schraube ich den Behälter ganz leicht zu, so dass noch Gase entweichen können.

Man kann den Behälter auch mit einem sauberen Baumwolltuch und einem Gummiband verschließen.

Luftdicht verschlossene Gefäße könnten während der Gärung platzen, sobald sich genügend Gase bilden.

Als Gefäße zum Fermentieren eignet sich ein Wasserkanister oder ein Glasballon mit Schutzkorb.

Nach dem Füllen stelle ich diese Gefäße an einen möglichst warmen Ort, z. B. in die Nähe einer Heizung.

Sind diese Gefäße bis oben hin gefüllt, stelle ich eine Schüssel darunter, da besonders in den ersten Tagen durch die Gärung der Saft leicht überschäumen kann.

Ab und zu mal daran riechen

Wenn dein Wildkräutersaft leicht sauer nach Sauerkraut oder Essig riecht, ist es dir gelungen, deine Wildkräuter milchsauer zu fermentieren.

Stinkt der Ansatz nach Jauche, ist das Ferment umgekippt und du kannst deine Pflanzen im Garten damit düngen.

Ich schüttle die Kannister einmal täglich und den Kräuteransatz in den Glasballons rühre ich einmal täglich mit einem Bambusstab um.

Deine fermentierten Wildkräuter sind fertig

Meist ist die Gärung nach 3 – 7 Wochen abgeschlossen.

Sobald die fermentierten Wildkräuter weder schäumen noch perlen, bewahre ich sie kühl und dunkel auf.

Die Zeiten, wie lange die Gärung dauert, sind unterschiedlich. Je länger etwas gärt, umso wertvoller und gehaltvoller soll das Ferment sein.

Ich lasse meine Wildkräuter sogar 3 – 9 Jahre fermentieren und der Effekt ist einfach großartig. Aber man kann diese fermentierten Wildkräuter auch schon nach 2 – 3 Wochen verwenden, wenn man besonders viele vitale und vermehrungsfähige Laktobakterien haben will.

Was du beachten solltest!

Noch einmal: Vorsicht davor, diese fermentierten Kräutersäfte verschlossen aufzubewahren.

Denn sie würden regelrecht explodieren oder spätestens beim Öffnen meterweit durch das ganze Zimmer spritzen.

Solche Gefäße öffnet man nur in der Wohnung, wenn man seine Wohnung neu renovieren will, Denn hinterher kannst du deine Wände und Zimmerdecke wieder neu streichen.

Rate mal, warum ich das so genau weiß. 🙂

Mein Tipp: Nach und nach füllen

Es hat sich am besten bewährt, den Behälter im Laufe von mehreren Wochen nach und nach zu füllen.

Ab der zweiten Füllung braucht man keine Laktobaktierien mehr hinzugeben, da sie sich schon richtig gut vermehrt haben sollten, wenn man alles nach Anleitung gemacht hat.

Auf diese Art gelingt die Fermentation der Wildkräuter am besten und schützt davor, dass du alles wegschmeißen musst, falls ein Ansatz umkippt und anfängt zu stinken.

Die Anwendung von fermentierten Wildkräutern

Ich trinke von den fermentierten Wildkräutern 3 x täglich 10 – 25 ml.

Besonders stark erschöpfte Menschen kommen durch eine Kur mit fermentiertem Brennesselsaft schnell wieder auf die Beine und verkürzen ihre Regenerationsphase.

Wenn man die Darmflora aufbauen will, eignen sich kurz fermentierte, leicht saure Kräutersäfte ganz besonders gut, da diese ganz besonders viele vitale und vermehrungsfähige Laktobakterien enthalten.

Ganz tolle Empfehlungen für verschiedene Säfte, die man fermentieren kann, findest du auch auf der Webseite Meine Saftkur.

Möglichkeit 2 – Wildkräuter fermentieren als milchsaures Gemüse

Die Kräuter werden möglichst fein geschnitten und mit unraffiniertem Salz vermischt und in ein Gärfass gefüllt. In alten Zeiten wurde in Gärfässern Sauerkraut hergestellt.

Dann stampft man die Kräuter mit einem Sauerkrautstampfer oder auch einem alten Kartoffelstampfer, bis sich oben etwas Lake bildet.

Wer ganz sicher sein will, dass diese Kräuter auch wirklich milchsauer fermentieren und nicht faulen, benetzt sie vorher noch mit einem Schuss Sauerkrautsaft.

Jetzt werden diese Kräuter mit einem sauberen Teller abgedeckt, auf dem man einen Beschwerungsstein legt.

Als Schutz gegen Staub und Fliegen wird über die Fassöffnung noch ein sauberes Tuch befestigt, am besten mit einem Gummiband.

Nach ca. 2 – 3 Wochen sollte das Gemisch auch durch das Tuch sauer wie Sauerkraut riechen und ist dann fertig.

Dann füllt man die Kräuter in saubere Gefäße und lagert sie dunkel, kühl und trocken, am bestem im Kühlschrank und kann täglich etwas davon zum Essen dazu nehmen.

Eine ausführlichere Anleitung für dieses Rezept und für die nächste Art der Fermentierung findest du in meinem Artikel Fermentiertes Gemüse ganz leicht selber herstellen.

Möglichkeit 3 – Wildkräuter fermentieren durch Einlegen

Der persische Name dafür lautet Torshi.

Dazu füllt man die Wildkräuter leicht zerkleinert in ein Einmachglas. Sobald das Glas gefüllt ist, übergießt man es mit Salzwasser und verschließt das Einmachglas.

Ich lege meistens noch ein sauberes Kohlblatt über die Kräuter, damit sie luftdicht fermentieren können.

Nach ca. 14 Tagen sollte die Fermentierung abgeschlossen sein. Wenn nicht, kann man noch warten.

Auch hier kann man zur Beschleunigung des Fermentations-Prozesses dem Salzwasser noch einen Schuss Sauerkrautsaft hinzufügen.

Möglichkeit 4 – Wildkräuter fermentieren als Mus

Dafür werden die Wildkräuter in einem Standmixer, Smoothiemaker oder eine Küchenmaschine gefüllt und bei jeder Füllung etwas Apfelsaft und ein Esslöffel Sauerkrautsaft dazu gegeben.

Etwas Vollrohrzucker oder Bio Zuckerrohr-Melasse werten diesen Mus durch noch mehr Nährstoffe auf und fördern die Fermentierung.

Das Ganze wird wieder, wie in Möglichkeit 2, in ein Gärfass gefüllt und mit einem Teller abgedeckt, auf den man den Beschwerungsstein legt.

Mit einem sauberen Tuch über die Öffnung des Gärfasses wird der Ansatz vor Verunreinigungen und Fliegen geschützt.

Das Mus wird auch hier umso wertvoller, je länger man es fermentieren lässt. Als Orientierung kann man hier die flüssige Fermentierung nehmen.

Als Gärfass oder “Sauerkrautfass” empfehle ich Gärtopf 10 Liter – inkl. Beschwerungsstein und Deckel oder der kleinere Gärtopf 5 Liter – inkl. Beschwerungsstein und Deckel.

Es gibt auch fertige Sets, z. B. Gärtopfset 5 Liter inkl. Krautscheider, Stampfer und Krautgabel.

Du möchtest noch mehr Experimente mit milchsaurer Fermentierung durchführen?

Weitere Rezepte zum Fermentieren findest du in meinem Blogartikel

7 Gedanken zu „Wildkräuter fermentieren leicht gemacht“

  1. Guten Abend Petra,

    in deinem Beitrag schreibst du, dass du effektive Mikroorganismen zum Kräuterfermentieren verwendest. Der Link führt zu dem Produkt EMa. Dieses Produkt ist als Bodenhilfsmittel deklariert.
    Ich wollte nachfragen ob du dieses EMa zum fermentieren verwendest? Ich weiß das ganz viele Gesundheits-Produkte auf Grundlage von EM hergestellt werden, aber keiner schreibt mit welcher Urlösung. Daher könnte man ja auch mit der EM Urlösung fermentieren oder?

    Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Tobias Klein

    Antworten
    • Grüß dich Tobias,

      ich empfehle EMa, weil es preiswerter ist als EM für Menschen. Ich habe beide Mittel zum Fermentieren verwendet und ehrlich gesagt keinen Unterschied entdeckt. Natürlich kann man auch mit der EM Urlösungs fermentieren, die noch preiswerter ist. Ich nehme meist die Urlösung. Sogar für den Garten vermehre ich die Urlösung mit Zuckerrohrmelasse und Wasser noch einige Male weiter.

      Ich werde bald noch mehr über das Fermentieren mit EM schreiben und ein leckeres und preiswertes Rezept weitergeben, mit dem nicht nur meine Eltern vor Jahren noch einmal richtig gesund und fit geworden sind.

      Liebe Grüße von Petra

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  2. Mich interessiert besonders Fermentieren von Wildkräutern und Wildkräutersäften.

    Habt Ihr hierzu spezielle Anleitungen oder dergleichen für eine Frau ab 60?

    Alter spielt nun doch langsam für mich eine Rolle.

    Antworten
  3. Das ist ja eine spannende Seite. Habe schon lange danach gesucht. Danke im Vorab :-).

    Habt ihr für mich auch Newsletter oder hilfreiches Material, wo ich das alles nochmal nachlesen kann?

    Antworten
    • Hallo Carola, das freut mich sehr, dass dir mein Blog gefällt. Hier steckt tatsächlich sehr viel “Herzblut” von mir drin.

      Tatsächlich hatte ich vor, nächste Woche einen Newsletter einzurichten und dieses Wochenende auch eine Follower-Funktion anzubieten, bei der man informiert werden kann, sobald ein neuer Artikel erscheint. Ich aktualisiere auch gerade meine beiden E-Books, die ich dann recht bald wieder kostenlos zum Download anbieten werde und die man sich zu Hause zum Nachlesen ausdrucken kann. Und eine spezielle Rubrik für Senioren ist gerade auch in Planung, denn ich gehöre auch schon dazu.

      Zum fermentieren empfehle ich für Senioren ganz besonders Brennesseln und je einen gestrichenen Teelöffel Kalzium- und Magnesiumkarbonat pro Liter Ferment. Das Kalzium und das Magnesium werden durch den Fermentationsprozess ganz stark aufnahmefähig für den Körper gemacht. Brennesseln helfen enorm bei der Regeneration des Körpers und Kalzium- und Magnesiumkarbonat bei der Regeneration von Knochen und Blutgefäßen. Mit so einem Ferment habe ich bei meinen Eltern regelrechte “Wunder” erlebt. Die flüssige Fermentierung eignet sich gerade für Senioren ganz besonders gut, da sie sehr leicht und schnell funktioniert und bei mir bisher immer gelingt.

      Ich weiß jetzt leider selber nicht, was du mit “moderieren” meinst. LG Petra

      Antworten
    • Hallo Carola, jetzt kann man sich endlich im Menü auf der rechten Seite für den Newsletter eintragen und Blogartikel abonnieren. LG Petra

      Antworten

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